Sexualberatung
Sexuelle Gesundheit ist von grundlegender Bedeutung für die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen. Laut WHO-Definition ist sexuelle Gesundheit „ein Zustand körperlichen, emotionalen, geistigen und sozialen Wohlbefindens in Bezug auf die Sexualität; es geht dabei nicht nur um die Abwesenheit von Krankheit, Funktionsstörungen oder Gebrechen...“
Quelle: WHO 2026
Das biopsychosoziale Modell Sexocorporel nimmt den Menschen ganzheitlich in den Blick und betrachtet Körper und Geist als untrennbare Einheit. Es ist deshalb geeignet, die sexuelle Gesundheit im Sinne der WHO-Definition positiv zu unterstützen. Dabei geht das Modell unter anderem davon aus, dass sexuelle Entwicklung durch viele persönliche Lernschritte erfolgt - ganz ähnlich wie bei der Motorik oder der Sprache.

Einzelberatung
Du stehst im Mittelpunkt mit deinen ganz individuellen Bedürfnissen, Fragen und Sorgen. Dabei spielt es keine Rolle, welche sexuelle Identität oder sexuelle Orientierung du hast.
Wir erarbeiten mit konkreten Übungen Wege, damit du eine selbstbestimmte, gelingende und lustvolle Sexualität leben kannst.
Sexualität ist lernbar und kann weiterentwickelt werden, auch, wenn du mit Herausforderungen wie Schmerzen beim Sex, Libidoverlust, Vaginismus oder Erektiler Dysfunktion umgehen musst.

Paarberatung
In einer Paarbeziehung gibt es ganz spezielle Dynamiken. Oft sind Verhaltensweisen festgefahren und führen zu Konflikten.
In der gemeinsamen Sexualität spielen eure individuelle Wünsche, Vorlieben und Bedürfnisse eine genauso große Rolle, wie der Umgang damit und eure Verbundenheit als Paar.
Macht euch gemeinsam auf den Weg, als Paar lustvolles sexuelles Erleben (wieder) zu entdecken.

Erstgespräch
Ein vertrauensvolles Erstgespräch, um deine/eure ganz individuellen Bedürfnisse und die Möglichkeit einer Begleitung durch mich zu klären, ist Voraussetzung für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Im Erstgespräch werden sowohl der Beratungsauftrag auf Basis deines/eures Anliegens als auch die Rahmenbedingungen geklärt.

Vorträge
Gezielte Fragestellungen beantworten, kurze Impulse geben oder eine Diskussionsrunde moderieren - ein wertschätzender Umgang mit der Sexualität, die oft noch ein Tabuthema ist, ist für alle Lebensbereiche wichtig.
Auf Anfrage bereite ich Themen rund um die Sexualität für verschiedene Veranstaltungen auf. Komm gerne mit deinem Anliegen auf mich zu!

Workshops
Begreifen ist besser als Verstehen.
In individuell gestalteten Workshop erarbeiten wir gemeinsam Themen rund um die Sexualität. Dabei werden die einzelnen Module auf die entsprechende Zielgruppe abgestimmt aufbereitet.
Die relevanten Inhalte können im Vorfeld abgesprochen werden.

Organisationsberatung
Genderfragen tangieren unterschiedliche Bereiche innerhalb von Organisationen, wenn es beispielsweise um Teamzusammensetzungen oder Personalführung geht.
Auch spezielle Fragen rund um Sexualität tauchen in bestimmten Organisationen auf.
Ich beantworte Fragen, zeige Potenziale auf und begleite ressourcenorientiert bei der Prozessumsetzung.
Themenschwerpunkt:
Sexualität und chronische Erkrankung
Menschen, die von einer chronischen Erkrankung betroffen sind, haben zusätzliche Einflussfaktoren auf ihre Sexualität - sei es durch die Erkrankung selbst, Folgen der Therapie oder die damit verbundene psychische Belastung. Oft wird dadurch auch die Partnerschaft belastet.
Gerade in einer solchen Situation ist es wichtig, Sexualität für sich aus einem anderen Blickwinkel neu zu entdecken. Es kann sich lohnen, auf Ressourcen zu achten und neugierig zu sein, wie eine befriedigende Sexualität - ob mit oder ohne Partner*in - ein Stück weit wieder gelingen kann.
An den folgenden Beispielen soll aufgezeigt werden, wie Erkrankungen sich auf die Sexualität auswirken können. Ähnliche Auswirkungen können sich auch bei anderen Erkrankungen einstellen. Es handelt sich nicht um allgemeingültige oder vollständige Aussagen, sondern jede Person muss immer ganz individuell in ihrer Betroffenheit betrachtet werden.
Sexualität bei Krebs
Das Thema Sexualität tritt im Rahmen einer Krebsbehandlung ggf. in den Hintergrund oder wird erst nachrangig angegangen, weil für die betroffenen Personen zunächst andere Fragestellungen vordergründig sind.
Bei Krebserkrankungen im Genitalbereich oder bei hormonabhängigen Krebserkrankungen können Einschränkungen durch die Erkrankung oder deren Behandlung auftreten mit Folgen auf Lustempfinden, Erektion, Orgasmus und Ejakulation. Zu den bereits genannten sexuellen Problemen können Schmerzen, Verletzung erogener Zonen, Narben und dadurch verändertes Empfinden, Harn- und Stuhlinkontinenz sowie Lymphödeme im Genitalbereich oder Bauchraum hinzukommen.
Folgen vieler Krebserkrankungen und deren Behandlung können chronische Müdigkeit sowie verändertes Aussehen sein und aufgrund der Krebsdiagnose können zusätzlich psychische Erkrankungen auftreten. Alle vorgenannten Probleme können einzeln oder in Kombination in der Folge zu Störungen der sexuellen Selbstsicherheit oder der Beziehung mit den Partner*innen führen und somit die Ausübung der eigenen Sexualität zusätzlich negativ beeinflussen.
Sexualität bei Depressionen
Psychische Erkrankungen betreffen nicht nur die Seele. In einer akuten Krankheitsphase können neben den Emotionen, dem Denken und dem Verhalten auch körperliche Reaktionen anders sein als in gesunden Phasen. Hinzu kommt, dass Menschen mit Depressionen oft mehrere Belastungsfaktoren haben, die sich auf ihr soziales Umfeld auswirken können. In Partnerschaften kann es dadurch zu Beziehungsproblemen oder zu sexuellen Schwierigkeiten kommen.
Sexuelle Funktionsstörungen können in der Folge auch wieder eine Depression verstärken.
Psychopharmaka können ebenfalls Nebenwirkungen bezogen auf die Sexualität haben. Bei einigen Medikamenten kann es zu unterschiedlichen Auswirkungen auf das Lustempfinden, die Erektion oder Orgasmus und Ejakulation kommen.
Sexualität bei Lipödem
Schmerzen an den betroffenen Regionen des Körpers, Bewegungseinschränkungen sowie die Abnahme der sexuellen Selbstsicherheit aufgrund von verändertem Aussehen durch Krankheit und/oder Therapie können die Sexualität bei Lipödempatient*innen stark beeinflussen.
Oft ist auch bei Lipödembetroffenen aufgrund der Erkrankung ein hoher Belastungsfaktor in der Beziehung gegeben, was zusätzlich zu Partnerschaftskonflikten führen kann.
Veröffentlichungen
Masterarbeit Heidemarie Alexa Bell:
Unterstützungsbedarfe in Bezug auf die eigene Sexualität von Männern mit Prostatakarzinom http://dx.doi.org/10.25673/122739
